Gürtelrose-Impfung senkt die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden

 

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Bis zum Jahr 2004 (also in Zeiten, bevor die Ständige Impfkommission die Impfung gegen Windpocken für Kinder empfohlen hat) erkrankten hierzulande circa 750.000 Kinder jährlich an Windpocken (Varizellen) – Stand 2019 waren es „nur“ noch 22.676 Kinder, meist im Alter zwischen 2 und 10 Jahren. Damit zählen die Varizellen allerdings immer noch zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Positiv ist, dass, einmal überstanden, die Windpocken-Erkrankung eine lebenslange Immunität hinterlässt. Doch was – rein auf die Varizellen bezogen – gut ist, ist hinsichtlich des Gürtelrose-Risikos schlecht: Ein Drittel derer, die diese Kinderkrankheit hinter sich gebracht haben, bekommt irgendwann Gürtelrose (Herpes zoster), da beide Erkrankungen durch dieselben Viren ausgelöst werden, die man nicht wieder loswird. Nur auf Basis der Windpocken-Infektion kann später eine Gürtelrose entstehen. Allerdings können „Gürtelrose-Bläschen“ bei Personen, die bislang von den Varizella-Zoster-Viren verschont geblieben sind, die Windpocken-Krankheit auslösen.
Meist entwickelt sich die Gürtelrose bei Menschen ab einem Alter von 50 Jahren und/oder bei einer abgeschwächten Immunabwehr.
Auch das Schlaganfall-Risiko steigt mit der Anzahl der Lebensjahre und insbesondere nach einer Gürtelrose-Erkrankung. In den ersten sieben Tagen nach deren Auftreten, ist das Schlaganfall-Risiko um das Zwei- bis Zweieinhalb-Fache erhöht. Danach schwindet die erhöhte Gefahr sukzessive.
Von einer Herpes zoster-Impfung können bestimmte Personengruppen also in zweifacher Hinsicht profitieren: Einmal durch den Schutz vor Gürtelrose und zudem vor der Gefahr eines Schlaganfalls im Zusammenhang oder infolge dieser Krankheit.
Schon der Verlauf der Gürtelrose an sich (diese Reaktivierung des Varizell-Zoster-Virus‘) ist unangenehm bis sehr schmerzhaft, da sich neben der Hautsymptomatik wie Juckreiz, Brennen/Kribbeln, rotem Ausschlag und den klassischen, mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen auch eine postherpetische Neuralgie (PHN), hartnäckige Nervenschmerzen, entwickeln kann.
Studien zufolge haben gegen Herpes zoster geimpfte Personen ein um 16 Prozent reduziertes Schlaganfallrisiko, verglichen mit nicht geimpften Kontrollpersonen. Konsequenterweise empfiehlt, laut einer Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts vom 15.9.2020, die Ständige Impfkommission seit Ende des Jahres 2018 eine Impfung mit Herpes-zoster-Totimpfstoff für Menschen ab 60 Jahren. Bereits ab 50 Jahren ist diese Impfung empfehlenswert bei angeborenem oder erworbenem Immundefizit sowie einer Immunsuppression wie:
  • HIV-Infektion
  • rheumatoider Arthritis
  • chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
  • chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen
  • Bronchialasthma
  • Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus