Im Alter - Alkohol gegen Demenz

Bei einer Demenzerkrankung leidet vor allem das Gedächtnis. Im Laufe der Zeit wird der Alltag jedoch immer stärker beeinträchtigt, Betroffene verlieren schließlich auch grundlegende Fähigkeiten. Unterscheiden lassen sich primäre und sekundäre Demenzerkrankungen. Die primären Demenzerkrankungen beginnen im Gehirn, sekundäre Demenzerkrankungen sind die Folgen anderer Grunderkrankungen, wie beispielsweise Depressionen oder Alkoholsucht. Heilen lassen sich die verschiedenen Formen der Demenz nicht, es gibt jedoch Möglichkeiten, den Verlauf zu verlangsamen und diesen Erkrankungen vorzubeugen.

 

Da auch ein zu starker Alkoholkonsum das Risiko, an Demenz zu erkranken, erhöht, mag es zunächst seltsam erscheinen, wie Alkohol vor Demenz schützen soll. Hier ist jedoch die Menge entscheidend: Inzwischen weisen verschiedene Studien darauf hin, dass Menschen, die regelmäßig geringe Mengen Alkohol zu sich nehmen, ein geringeres Demenzrisiko aufweisen als solche, die gar keinen Alkohol trinken. Im Alter vollständig auf Alkohol zu verzichten, muss demnach also nicht sein, im Gegenteil: Der moderate Alkoholkonsum scheint den Geist gesünder zu halten als die vollständig Abstinenz.

Zwar wirkt sich moderates Trinkverhalten positiver aus als der Konsum von weniger oder auch gar keinem Alkohol. Das soll jedoch nicht dazu anregen, zu viel zu trinken. Ein riskantes Trinkverhalten birgt auch im Alter noch erhebliche Risiken für die Gesundheit, die schädliche Wirkung ist hier weitaus größer als alle positiven Effekte. So schaden zu große Mengen Alkohol auch dem Gehirn und erhöhen damit wiederum das Demenz-Risiko.

Wer bisher regelmäßig Alkohol getrunken hat, sollte mit zunehmendem Alter also die Menge unter Umständen ein wenig reduzieren. Der Körper reagiert empfindlicher auf dieselben Mengen von Alkohol, die er früher problemlos weggesteckt hat. Welche Menge im persönlichen Fall vertretbar ist oder sogar positiv wirkt, klärt man am besten kurz mit dem Arzt ab. Das ist auch deswegen wichtig, weil es Erkrankungen gibt, die durch Alkoholkonsum verschlimmert werden. Die regelmäßige Einnahme von Medikamenten verträgt sich auch nicht unbedingt mit Alkohol, auch in dieser Hinsicht sollte man den Arzt besser fragen.

 

Die Menge an Alkohol, die man konsumiert, sollte sich also in jedem Fall unbedingt im Rahmen halten. Die Studien legen auch nahe, dass es hilfreicher ist, regelmäßig ein einziges alkoholisches Getränk zu sich zu nehmen, als in größeren Abständen mehrere Getränke, die Alkohol enthalten. Das deutet darauf hin, dass beispielsweise das tägliche Glas Wein am Abend oder das Bier zum Essen eine positivere Wirkung entfaltet, als wenn man einmal oder zweimal in der Woche zwei bis drei Gläser zu sich nimmt. Insgesamt ist das Demenz-Risiko, wenn man jeden Tag geringe Mengen Alkohol zu sich nimmt, ungefähr um die Hälfte geringer, als bei größeren Mengen oder wenn man gar nichts trinkt.

Die Wirkung von Wein scheint hier besser zu sein als die von Bier, da im Wein Substanzen enthalten sind, die sich positiv auf Blutgefäße und die Struktur der Nerven auswirken. Vor allem Weintrinker verfügen daher über ein geringeres Risiko, an Demenz zu erkranken. Da Bier und andere alkoholische Getränke die entsprechenden Inhaltsstoffe nicht enthalten, ist hier die positive Wirkung auch nicht so groß.

 

Das eigene Demenzrisiko leitet sich selbstverständlich noch aus vielen weiteren Faktoren ab. So spielen auch familiäre Vorbelastung, die Lebensweise und andere körperliche Erkrankungen eine große Rolle. Dazu zählen beispielsweise hoher Blutdruck, ein zu hoher Cholesterin-Spiegel, Rauchen und Übergewicht. Das Auftreten einer Demenzerkrankung wird grundsätzlich mit zunehmendem Alter wahrscheinlicher. Je gesünder man bis dahin lebt, desto später treten die geistigen Einschränkungen jedoch auf. Zu den sinnvollen Präventionsmaßnahmen zählen zum Beispiel ausreichend Sport bzw. Bewegung. Auch mit zunehmendem Alter sollte man daher versuchen, sich noch regelmäßig zu bewegen.

Die Ernährung hat ebenfalls großen Einfluss, eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen und einem vergleichsweise geringen Maß an Fleisch, wie sie auch allgemein empfohlen wird, reicht hier aber vollkommen aus. Spezielle Diäten sind nicht notwendig. Auch wer sich im Kopf fit hält, zum Beispiel durch Denksportaufgaben, aber auch durch Unterhaltungen mit anderen Menschen, senkt sein Demenzrisiko.